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Silvio Maraini

«Gebeutelt» – Ausgestopfte Tiere in Quarantäne

 

Ausgestopfte und präparierte Tiere provozieren. Der Wissenschafter – getrieben vom Forschungsdrang, die Natur systematisch zu erfassen, abzubilden und zu konservieren – präpariert die Tiere möglichst naturgetreu. Gebleichte Tierschädel mit mehr oder weniger imposantem Gehörn zieren des Jägers Stube. Andere verstehen das Ausstopfen und Präsentieren von Tierleichen als grauenhaften Affront gegenüber der Kreatur.

 

Die Fotografien der Serie «gebeutelt» nehmen diese Kontroverse auf. Die ausgestopften Tiere, ursprünglich für eine natürliche Umgebung geschaffen, wurden vom naturwissenschaftlichen Präparator in Einwegbeutel gesteckt und mit farbigen Bändern luftdicht verschnürt, um Schädlinge wie Kleidermotte, Pelz- oder Museumskäfer im Gefieder und Pelz der Tiere zu vernichten. Trotz der ziemlich ausweglosen Situation scheint der mit Gift versetzte Beutel den Tieren neues Leben einzuhauchen: Der Kuckuck versucht aus dem Beutel zu fliehen – was dem Pinseläffchen schon fast gelungen ist – und die Schneeeule wird zur Braut. Die Bilder sollen anregen, die Gedanken schweifen zu lassen – auch in ungewohnte Richtungen.

 

Silvio Maraini

Silvio Maraini, geb. 1970,
aufgewachsen in Baden. Studium der Geophysik an der ETH Zürich, tätig als Projektleiter im Bereich Umweltschutz. Seit über 25 Jahren fotografisch tätig, vorwiegend projektorientiert. Diverse Gruppen- und Einzelausstellungen, unter anderem im Museum für Gestaltung Zürich, im Kunstraum Baden, im Natur-Museum Luzern, in der Galerie Wertheimer in Basel. 2012 Publikation des Buches «Geflutete Kathedralen» im Benteli Verlag sowie diverse Publikationen in Magazinen im deutsch- und englischsprachigen Raum.


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